top of page
Liebe ist nicht linear Insta Beeitrag (Banner (Querformat)).png

Was das Verhalten deines Kindes mit dir zu tun hat – dein Kind als Spiegel

  • 6. Mai
  • 3 Min. Lesezeit

Zeitdruck. Du musst pünktlich beim Schwimmunterricht sein, aber das Kind streikt. Weil du sein Lieblingskuscheltier vergessen hast. Oder es sich weigert, sich anzuziehen. Du schaust auf die Uhr und dein Kind starrt an die Wand. Und plötzlich geht es nicht mehr nur darum, ob ihr es pünktlich zum Kurs schafft, sondern um so viel mehr. Kommt dir das bekannt vor?


Handspiegel vor rosa Hintergrund

Vielleicht kennst du das auch.


Bei mir sind es ganz oft Situationen in der Öffentlichkeit. Während zuhause noch alles in Ordnung ist, wendet sich plötzlich das Blatt unter Menschen. Mein Kind macht dann alles andere außer dem, was ich von ihm will. Es redet ungefragt mit anderen Menschen, bockt lautstark und findet eine Million Dinge, die es jetzt gerade dringender machen muss.

Erst neulich habe ich ihn vom Kindergarten abgeholt, hatte sein Lieblingskuscheltier zuhause vergessen – Todsünde, I know – und das Drama begann. Dabei wollte ich einfach nur entspannt mit ihm zum Schwimmunterricht fahren. Und ich? Wusste nicht, ob ich sauer, müde, peinlich berührt oder alles auf einmal sein sollte.


Was das Verhalten deines Kindes mit dir zu tun hat?


Wenn ich in solchen Situationen rauszoome, sehe ich eine Mama, die ein Problem damit hat, aufzufallen. Eine Mama, die von vornherein nicht bei sich war. Die gestresst ist, Deadlines einhalten muss und das Gefühl hat, die Kontrolle zu verlieren. Ich sehe vornehmlich eine Mama, die mit sich selbst kämpft und sich dann auch noch in einen Kampf mit dem Kind begeben muss. Aber ist es das Thema des Kindes? Oder macht es hier einfach nur lautstark etwas sichtbar?


Was du im Kind siehst, kennst du schon: dein Kind als Spiegel.


Unsere Kinder sind die meiste Zeit einfach nur unsere Spiegel. Sie machen das sichtbar, was in uns gerade brodelt. Und ganz oft wissen wir nicht mal, dass etwas in uns brodelt, bis wir im Außen bis aufs Äußerste getriezt und provoziert werden. Es ist unangenehm, wirklich hinzuschauen. Sich einzugestehen, dass bei uns selbst etwas gerade grundlegend schief läuft und nicht bei jemand anderem, wie zum Beispiel unserem Kind. Das Muster ist immer dasselbe: Was uns am Kind am meisten stört, ist das, was wir uns selbst am wenigsten erlauben.

Wenn mein Kind in der Öffentlichkeit bockt, laut ist und Aufmerksamkeit auf sich zieht, zeigt es mir einfach nur, was ich mir selbst nicht erlaube. Ich mag es überhaupt nicht, aufzufallen oder Blicke auf mich zu ziehen. Warum? Weil ich nicht will, dass andere schlecht über mich denken. Und genau das macht es für mich so unangenehm, wenn mein Kind dann diesen Part übernimmt und Blicke auf sich zieht und ich als Mama den Kommentaren anderer ausgesetzt bin. Immerhin bin ich für mein Kind genauso verantwortlich wie für mich selbst.


Was dich an deinem Kind stört, gehört dir.


Das Schmerzhafte ist: Dein Kind trifft immer zielgenau in deine Wunde. Es fühlt dich und somit auch deine Schatten. Das, was wir gerne verstecken würden, bekommt den Scheinwerfer des eigenen Kindes draufgehalten. Es macht konsequent sichtbar, was wir meist selbst vor uns selbst verstecken. Und es liegt nun an uns, ausnahmsweise mal hinzuschauen. Denn auch wenn es wehtut, haben genau diese Gefühle eine Botschaft für uns. Sie zeigen uns, wo wir noch etwas ungelöst haben und bewusster mit uns selbst umgehen dürfen, damit es künftig leichter wird.


Das ist kein Vorwurf. Das ist eine Einladung.


Ich weiß, dass mein Kind nicht das Problem ist. Und trotzdem rutsche ich super leicht in den Widerstand, wenn mein Kind sich genau so verhält, wie ich es nicht halten kann. Dann werde ich selbst laut, unfair und weiß nicht, wie ich mich so verhalte, dass ich die Situation wieder unter Kontrolle bekomme. Ich mache alles nur schlimmer, obwohl ich genau das weiß.

Ich bin aber auch sanft mit mir selbst, wenn ich merke, was passiert. Ich reflektiere, ziehe mich aus der Situation, wenn möglich, und sehe zu, dass ich im Wald spazieren gehe und tief Luft hole. Denn solche Situationen sind immer auch eine Einladung, genauer hinzuschauen und etwas zu verändern.


Drei Fragen, die nach dem Sturm helfen:


  • Was war hier eigentlich los? Was hat mich wirklich am Verhalten meines Kindes gestört?

  • Was zeigt mir mein Kind, was ich mir selbst nicht erlaube oder sogar verbiete?

  • Wo in meinem Leben (zum Beispiel in meiner eigenen Kindheit) habe ich dies selbst schon erlebt? Und was ist da passiert?


Rückblickend hatte mein Kind – wie immer – eine viel größere Message als die, dass es gerade keine Lust hatte, pünktlich zum Schwimmunterricht zu erscheinen. Und auch wenn ich mittlerweile schnell spüre, dass etwas bei mir persönlich und nicht bei meinem Kind im Argen ist, so ist es dennoch ein konstantes Lernfeld für mich – eins, das vermutlich auch noch eine ganze Weile bleiben wird.


Kommentare


Liebe.

Verpasse keinen Blogbeitrag.

© 2026 by Liebe ist nicht linear.

bottom of page